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Aussteigen: Einsteigen

Juni 19, 2007

Von Zwei, die sich aufmachten…

„One day we woke up and knew exactly what we would be doing next Tuesday – in 15 years!“

Nach mehreren Jahren stressigem Berufsalltag beschließt das Ärzte-Paar Astrid und Martin im Jahr 2000, sich eine Auszeit aus dem Beruf zu nehmen und ein Jahr lang um die Welt zu reisen.
Da es sich nicht lohnen würde, ihr kleines Haus zu vermieten, beschließen sie, ihre Zelte in Deutschland für dieses eine Jahr komplett abzureißen:
Sie verkaufen ihr kleines Haus, kündigen beide ihre (unbefristeten) Arbeitsverträge, verkaufen, verschenken, oder „verleihen“ alle Möbel und nicht reisetaugliche Habseligkeiten,

-“Mit jedem Gegenstand, der unser Haus so verlassen hat, haben wir uns freier, leichter und unabhängiger gefühlt – eine tolle Erfahrung!“-

rüsten sich weltreisetauglich aus und kaufen zwei Round-the-World-Tickets.

Am 19. April 2000 landen Sie nach knapp zehnstündiger Flugreise in Bankok und sind seither (mit einer Unterbrechung) auf Weltreise. Seit sieben Jahren reisen sie nun schon durch die Welt, in fast 50 Länder haben sie bereits gelebt, und machen Gegenwärtig, an Reisetag Nummer 2618, schon seit einiger Zeit auf Barbados Station.

Als Aussteiger betrachten Astrid und Martin sich selber nicht, vielmehr bezeichnen sie sich als Einsteiger, die an jedem neuen Ort, den sie bereisen, in neue Kulturen und damit gleichwohl jedes Mal auf’s neue ins Leben einsteigen. Und überall wo sie ankommen erwartet sie Abwechslung, neue Menschen, neue Aufgaben und neue Erfahrungen. Routine gibt es für Weltreisende nicht.

„Je mehr Bedürfnisse man verliert, desto mehr Flexibilität und Freiheit gewinnt man!“

Sieben Jahre Weltreise lassen sich nicht durch Erspartes finanzieren, erst recht nicht, wenn man ursrünglich nur ein Jahr Ausstieg geplant hatte. Etwa 10.000€ verbrauchen Beide zusammen pro Jahr, hinzu kommt, dass sie, so oft es geht, Tauschgeschäfte machen oder „Hand gegen Koje“ ihre Arbeitskraft gegen einen Schlafplatz oder Verpflegung anbieten. Auch trampen und vorallem ein sparsames Leben ermöglicht ihnen so die Weiterreise.

„Unsere gewohnte Arbeit, die soziale Absicherung und monatliche Gehälter sind seit Ostern 2000 ebenso weg gefallen wie das „Sie“, unsere Nachnahmen und unsere Titel.
Virtuell und realiter sind wir dennoch beschäftigter denn je, „Freizeit“ im Sinne von Feierabend oder Wochenende geht gegen Null.
Trotzdem erreichen unsere Einkünfte gelegentlich und bestenfalls niedrig dreistellige Bereiche.
Da trifft es sich gut, dass wir zunehmend resistent gegen die kommerziell motivierte Gehirnwäsche werden, die uns alle raffiniert aber kurzsichtig zu mehr Konsum und Ressourcenverbrauch verführen soll, der gleichzeitig aber kommenden Generationen und der Schöpfung in atemberaubendem Tempo Lebensgrundlagen auf diesem Planeten raubt.
Das ist weder resignativ noch fatalistisch gemeint – wir alle tanzen doch sehenden Auges am Rande des Vulkans.“

Einziger Wehmutstropfen für die begeisterten Weltreisenden ist, dass sich soziale Netzwerke kaum aufrecht erhalten lassen. Auch der Kontakt zu Familie und Freunden in Deutschland ist erst in jüngerer Zeit wieder regelmäßig via Internet-Telefonie wieder erschwinglich.

Seit Beginn der Reise im April 2000 haben Sie mit einer Internetseite alle Stationen dokumentiert. Im Laufe der Zeit ist noch ein Weltreiseforum und ein Weltreiseblog hinzugekommen, auf denen sich jede erdenkliche Information zum Thema findet. Wer sich für das Thema interessiert, der wird auf den Seiten in jedem Fall fündig:

Zu Worldtrip.de
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Zum Weltreiseblog