Archiv für die Kategorie ‘Arbeit’

Keine Haftung bei Tod auf Betriebsfeier

November 24, 2007

Die Saison der betrieblichen Weihnachtsfeiern steht vor der Tür, daher hier ein kurzer Hinweis:

Nicht nur, dass man sich unter Alkoholeinfluss ganz fürchterlich daneben benehmen und blamieren kann, sollt man -unter welchen Umständen auch immer- auf einer Betriebsfeier in alkoholisiertem Zustand zu Tode kommen, muss der Betrieb dafür keine Haftung übernehmen.

Ein Mitarbeiter einer Firma war auf einem Betriebsausflug von Bord eines Schiffes gestürzt und ertrunken. Die gerichtliche Obduktion hatte daraufhin ergeben, dass er zum Zeitpunkt des Sturzes 2,99 Promille im Blut hatte. Die Witwe des Mannes verklagte das Unternehmen daraufhin auf Schadenersatz; die Klage wurde abgewiesen. Wer bei Betriebsfeiern trinkt handelt auf eigene Verantwortung.
(Az.: 17 U 11/07)

Also lieber mal ein Glas Wasser zwischendurch: dabei zugucken, wie sich die Anderen blamieren, macht auch Spaß:)

Quelle: n-tv

[Update] Weitere Urteile und sinnvolle Hinweise zum Thema betriebliche (Weihnachts-)Feier

Selbstmord durch zu hohen Arbeitsdruck

Juli 7, 2007

Vier Selbstmorde in zweieinhalb Jahren hat es unter Mitarbeitern des staatlichen französischen Atomkraftwerk-Betreiber EDF gegeben. Den ersten im Jahr 2004; der 49jährige Dominique Peutevynck leidet unter Depressionen, als er wegen einer Netzhautablösung krank geschrieben wird, wirft er sich wenige Tage später vor einen Zug. Der behandelnde Betriebsarzt Dminique Huez sieht in dem Selbstmord und dem hohen Druck, der in der Zentrale des AKW-Betreibers seit einigen Jahren durch Kürzungen von Stellen, Auslagerung von Arbeit und Erweiterung der Aufgabenbereiche und Schichtarbeit auf die Mitarbeiter ausgeübt wird. So habe Peutevynck sich vor seinem Tod regelmäßig über die Verschlechterungen an seinem Arbeitsplatz beklagt.

Zwei Jahre nach Peutevynck bringt sich Jean-Pierre Levaillant mit einem Kopfschuss ums Leben. Auch er arbeitete für die EDF, wenn auch in einer anderen Abteilung. Kollegen sind sich sicher, dass der Arbeitsdruck in dem Unternehmen ihn dazu getrieben haben, er wollte kündigen, heißt es. Drei Monate später erschießt sich eder EDF-Kollege Guy Saldana, wie Peutevynck litt auch er unter starken Depressionen, und auch er sprach wiederholt von zunehmenden Schwierigkeiten am Arbeitsplatz.
Wieder drei Monate später erschießt sich ein vierter Kollege.

Der AKW-Betreiber EDF sieht in den vier Fällen keinen kausalen Zusammenhang zwischen den Selbsttötungen und den Arbeitsbedingungen. Betribsarzt Dominique Huez hingegen hat mittlerweile die Geschäftsführung wegen gesundheitlicher Gefährdung angezeigt.

Der ARD-Weltspiegel berichtet am Sonntag um 19.30 über diese Fälle.

Quelle: tagesschau.de

Für Akademiker haben sich die Chancen auf einen Arbeitsplatz im Laufe des Jahres 2006 verbessert.

Juli 6, 2007

Zu diesem Schluss kommt die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit in ihren aktuellen Analysen zum Arbeitsmarkt für Akademiker. Die Ergebnisse für zwölf Berufsgruppen hat die ZAV jetzt in ihrer Online-Publikationsreihe Arbeitsmarkt Kompakt 2007 veröffentlicht.

Nachgefragt sind Akademiker in allen Bundesländern und in vielen Wirtschaftsbranchen – vor allem in kleineren und mittleren Unternehmen. Arbeitgeber suchen insbesondere Ingenieure verschiedener Fachrichtungen, Ärzte, Unternehmensberater, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen. Bei Wirtschafts- und Geisteswissenschaftlern ist die Arbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen.

Arbeitsmarkt Kompakt 2007 erscheint für die ausgewählten akademischen Berufsgruppen jeweils in getrennten Ausgaben für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Geschäftsidee: Umweltfreundliche Hochzeit

Juni 26, 2007

Der Wandel zum Umweltbewusstsein macht auch vor dem Ja-Wort nicht halt: Ein Trend, der nun aus den USA und Großbritannien nach Deutschland schwappt ist die sogenannte „Grüne Hochzeit“.
Das britische Unternehmen Ethical Weddings hat diesen Trend übernommen und bietet seinen Kunden Hochzeiten ganz unter dem Aspekt Umweltschutz. Man arbeitet mit verschiedenen Fairtrade-Händlern zusammen, bietet recyclbare und wederverwertbare Produkte und legt gleichzeitig Wert auf einen vergleichbar hohen Standart zu herkömmlichen Produkten. Unter ethisch einwandfrei versteht Ethical Wedding dabei nicht nur Umweltschutz, sondern legt auch Wert auf politische Aspekte. So werden zum Beispiel keine Diamanten aus Minen verwendet, in denen Arbeiter zu Hungerlöhnen schuften, keine Textilien, die unter Umständen aus Kinderarbeit stammen, oder Blumen, die unter Gefährdung der Gesundheit der Arbeiter gezüchtet wurden (wie unter Anderem auf einigen Rosenfarmen in Afrika der Fall).
Die Idee kam den beiden Gründern von Ethical Wedding bei ihrer eigenen Hochzeit. Sie nahmen sich die durchschnittliche Summe einer englischen Hochzeit von 17.000 Pfund zum Richtwert. Wer bereit ist, für einen einzigen Tag so viel und mehr zu investieren, der sollte sich überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, eine solche Summe in Dinge zu investieren, die letztendlich langfristig für die ganze Gemeinschaft sinnvoll sind. Beruhend auf diesem Gedanken hat das Gründerpaar seit 2005 ihr Unternehmen aufgebaut; auf der Homepage findet sich neben vielen Informationen zum Thema auch ein Forum zum Meinungsaustausch, viele Anbieter ökologischer Produkte und Fairtrade-Händlern.

Zu Ethical Wedding

Ehrensenf sucht Moderationstalent

Juni 16, 2007

Ungewöhnliches Job-Angebot:

Ehrensenf-Moderatorin Kathrin Bauerfeind hat ihren Ausstieg aus der Internet-TV-Sendung Ehrensenf angekündigt. Nun suchen die Macher ein neues Gesicht für die Sendung. Gesucht werden „Moderationstalente (m/w) mit Sinn für Humor und Überstunden!“

Weitere Informationen unter ehrensenf.de
Direkt zur Suchanzeige

Von der Anzeige zum Job

Juni 15, 2007

In Deutschland werden 25% aller offenen Stellen über Anzeigen in Zeitungen und Fachmagazinen neu besetzt. Bevor ein Unternehmen jedoch eine Anzeige schaltet, muss in der Fachabteilung, in der die vakante Stelle ausgeschrieben ist, und in der Personalabteilung etwas Vorarbeit geleistet werden. Jedes Unternehmen ist daran interessiert, einen Mitarbeiter zu finden, der nicht nur über geeignete Qualifikationen verfügt, sondern sich auch mit persönlichen Fähigkeiten in die Unternehmensstruktur einfügt.

Jeder Beruf bringt spezielles Wissen mit sich. Fachkenntnisse wie Fremdsprachen, Computerkenntnisse und berufsbedingtes Fachwissen sind die sog. Hard Skills. Fachliche Kenntnisse sind für jede Firma selbstverständlich unabdingbar bei der Besetzung einer Stelle.

Die sog. Soft Skills beschreiben dagegen die persönlichen Fähigkeiten, wie zum Beispiel Kundenorientiertheit, Teamfähigkeit und Belastbarkeit, gewinnen aber bei steigender Service-Orientierung und wachsender Komplexität vieler Aufgabenbereiche zunehmend an Bedeutung.

In Firmen ist man daran interessiert, einen Bewerber heraus zu filtern, der möglichst genau in das erstellte Anforderungsprofil passt. Dementsprechend sind Suchanzeigen formuliert; die Anforderungen lassen sich jeweils einteilen in erwartete Kenntnisse und zusätzlichen Qualifikationen, die zwar nicht zwingend erforderlich, aber wünschenswert sind. So liest man zum Beispiel häufig: „Kenntnis xyz ist unabdingbar/ erforderlich/ zwingende Vorraussetzung.“ Ohne Kenntnis xyz braucht man also keine Bewerbung zu schreiben. Steht dort jedoch: „Fähigkeit cde ist wünschenswert/haben beste (ideale) Vorraussetzungen/von Vorteil“, hat man auch ohne diese Fähigkeit ggf. eine Chance.

Da sich auf Stellengesuche in den großen Zeitungsstellenmärkten nicht selten hunderte Bewerber melden, macht es Sinn, an den eigenen Bewerbungsunterlagen lieber etwas mehr, als zu wenig zu arbeiten. Je mehr die Bewerbungsunterlagen mit der Anzeige abgestimmt sind, so sie denn den Tatsachen entspricht, desto höher sind die Chancen, zu einem Gespräch eingeladen zu werden. Dabei gilt, Bewerbungen, die klingen, wie von einem Computerprogramm generiert, werden genauso ausgesiebt, wie Unterlagen, bei denen es an Grammatik und Rechtschreibung mangelt und die insgesamt einen chaotischen Eindruck machen. (Wobei Rechtschreibung bei z.B. einem Taxifahrer weniger Bedeutung beigemessen wird, als z.B. bei einer Gerichtsschreiberin.).

Für die Personalabteilung eines Unternehmens ist es eine Herausforderung, unter allen Bewerbungen diejenigen heraus zu filtern, die tatsächlich auf die Stellenbeschreibung passen. Eine falsche Entscheidung bei einer Einstellung kann einen Betrieb viel Geld kosten.

Da sich im Gegensatz zu Fachkenntnissen die persönlichen Fähigkeiten schlecht in Noten oder durch Zeugnisse darstellen lassen, lassen sich Unternehmen Mittel und Wege einfallen, Ihre besten Bewerber daraufhin zu testen (-> siehe Assessment Center). Spätestens hier fällt auf, wer in seiner Bewerbung falsche Angaben gemacht, oder seine Soft Skills unter- oder überschätzt hat.

Downshifting – weniger Gehalt für mehr Lebensqualität

Juni 6, 2007

Downshifting: engl. Runterfahren, Runterschalten, Verringerung der Arbeitszeit (downshift = Verlangsamung) ; vgl. Simple Living, Freiwillige Einfachheit (engl. voluntary simplicity).

Der Begriff „Downshifting“ steht für den Wechsel von einem karriereorientierten, hektischen Arbeitsalltag zu mehr Freiraum für eigene Interessen und persönliche Lebensgestaltung und -Entfaltung.

Karriere ist oft mit hohem Arbeitseinsatz verbunden. Ständige Einsatzbereitschaft und Erreichbarkeit rund um die Uhr ist genauso selbstverständlich wie 14-, 16-, sogar 18-Stunden-Tage. Wer die Karriereleiter hochklettern will, zahlt im Privatleben oft einen hohen Preis und auch die Gesundheit leidet im Laufe der Jahre stark unter dem anhaltenden Stress, dem sich mancher für seinen Beruf aussetzt.

Ursprünglich stammt der Trend aus den USA, doch ist in den vergangenen Jahren auch nach Europa übergeschwappt. Insbesondere in Großbritannien hat die Anzahl der Downshifter stark zugenommen – und dieser Trend ist jetzt auch in Deutschland zu erkennen.

Eine ständig wachsende Zahl Menschen entscheidet sich gegen eine Karriere und wendet sich bewusst dem Streben nach Statussymbolen und Konsumwahn zugunsten eines gesünderen Lebensstils und mehr individueller Vielfalt ab. Den meisten Downshiftern geht es dabei nicht um den kompletten Ausstieg aus der Gesellschaft, sondern vielmehr um eine Verbesserung der Lebensumstände. Geringere Gehälter werden gerne in Kauf genommen, um mehr Zeit für Dinge zu haben, die Freude bereiten und die eigene Zufriedenheit fördern.

Im engen Zusammenhang steht dazu die Ablehnung der oftmals von Medien und der Werbeindustrie vorgelebten, stark materialistisch ausgeprägten Lebensmuster. Dem entgegengesetzt steht die Hinterfragung der Zweckmäßigkeit zu starker Kunsumgüterorientierung und die kritische Auseinandersetzung mit den Folgen der Überflußgesellschaft.

Das Mass, in dem jeder einzelne „Downshifter“ seinen Arbeits- und Lebensbereich einrichtet, ist sehr unterschiedlich. Sei es, dass ein erfolgreicher Manager seinen Posten aufgibt, um seinen Traum vom Leben als Landwirt zu leben, oder ein Vollzeitjob auf Teilzeit gekürzt wird, um mehr Freiraum zu erlangen.
Wie jeder einzelne „Downshifting“ für sich interpretiert bleibt jedem selbst überlassen.

Weitere Informationen: Wikipiedia/Einfaches Leben
Simple Living