In Deutschland werden 25% aller offenen Stellen über Anzeigen in Zeitungen und Fachmagazinen neu besetzt. Bevor ein Unternehmen jedoch eine Anzeige schaltet, muss in der Fachabteilung, in der die vakante Stelle ausgeschrieben ist, und in der Personalabteilung etwas Vorarbeit geleistet werden. Jedes Unternehmen ist daran interessiert, einen Mitarbeiter zu finden, der nicht nur über geeignete Qualifikationen verfügt, sondern sich auch mit persönlichen Fähigkeiten in die Unternehmensstruktur einfügt.
Jeder Beruf bringt spezielles Wissen mit sich. Fachkenntnisse wie Fremdsprachen, Computerkenntnisse und berufsbedingtes Fachwissen sind die sog. Hard Skills. Fachliche Kenntnisse sind für jede Firma selbstverständlich unabdingbar bei der Besetzung einer Stelle.
Die sog. Soft Skills beschreiben dagegen die persönlichen Fähigkeiten, wie zum Beispiel Kundenorientiertheit, Teamfähigkeit und Belastbarkeit, gewinnen aber bei steigender Service-Orientierung und wachsender Komplexität vieler Aufgabenbereiche zunehmend an Bedeutung.
In Firmen ist man daran interessiert, einen Bewerber heraus zu filtern, der möglichst genau in das erstellte Anforderungsprofil passt. Dementsprechend sind Suchanzeigen formuliert; die Anforderungen lassen sich jeweils einteilen in erwartete Kenntnisse und zusätzlichen Qualifikationen, die zwar nicht zwingend erforderlich, aber wünschenswert sind. So liest man zum Beispiel häufig: „Kenntnis xyz ist unabdingbar/ erforderlich/ zwingende Vorraussetzung.“ Ohne Kenntnis xyz braucht man also keine Bewerbung zu schreiben. Steht dort jedoch: „Fähigkeit cde ist wünschenswert/haben beste (ideale) Vorraussetzungen/von Vorteil“, hat man auch ohne diese Fähigkeit ggf. eine Chance.
Da sich auf Stellengesuche in den großen Zeitungsstellenmärkten nicht selten hunderte Bewerber melden, macht es Sinn, an den eigenen Bewerbungsunterlagen lieber etwas mehr, als zu wenig zu arbeiten. Je mehr die Bewerbungsunterlagen mit der Anzeige abgestimmt sind, so sie denn den Tatsachen entspricht, desto höher sind die Chancen, zu einem Gespräch eingeladen zu werden. Dabei gilt, Bewerbungen, die klingen, wie von einem Computerprogramm generiert, werden genauso ausgesiebt, wie Unterlagen, bei denen es an Grammatik und Rechtschreibung mangelt und die insgesamt einen chaotischen Eindruck machen. (Wobei Rechtschreibung bei z.B. einem Taxifahrer weniger Bedeutung beigemessen wird, als z.B. bei einer Gerichtsschreiberin.).
Für die Personalabteilung eines Unternehmens ist es eine Herausforderung, unter allen Bewerbungen diejenigen heraus zu filtern, die tatsächlich auf die Stellenbeschreibung passen. Eine falsche Entscheidung bei einer Einstellung kann einen Betrieb viel Geld kosten.
Da sich im Gegensatz zu Fachkenntnissen die persönlichen Fähigkeiten schlecht in Noten oder durch Zeugnisse darstellen lassen, lassen sich Unternehmen Mittel und Wege einfallen, Ihre besten Bewerber daraufhin zu testen (-> siehe Assessment Center). Spätestens hier fällt auf, wer in seiner Bewerbung falsche Angaben gemacht, oder seine Soft Skills unter- oder überschätzt hat.